Die Magie der Bilder – Eine nostalgische Reise durch meine Comic-Sammlung
Im April 1971 erblickte ich das Licht der Welt, und seither nennt man mich Manfred Papst. Mein Zuhause ist Ottendorf, ein kleiner, aber feiner Ort im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark. Hier, rund 50 Kilometer östlich von Graz, begann meine lebenslange Leidenschaft: das Sammeln von Comics.
Kindheitserinnerungen: Mein erster Kontakt mit Comics
Meine ersten Comics hielt ich bereits in den Händen, bevor ich überhaupt lesen konnte. Allerdings nicht, weil meine Eltern sie mir kauften – im Gegenteil! In vielen Haushalten galten Comics damals als "Schundhefte", und auch bei uns war das nicht anders. Zudem war der nächste Zeitschriftenhändler nicht gleich um die Ecke.
Doch ich hatte Glück! Mein damaliger Nachbar, einige Jahre älter als ich, kaufte sich Woche für Woche die neuesten Ausgaben von Bessy, Silberpfeil, Lasso und Buffalo Bill. Er tauschte viele seiner Hefte mit seinen gleichaltrigen Freunden, und so kam ich zu meinen ersten Comics. Meist waren es Exemplare im Zustand 3–4, die er gegen bessere eingetauscht hatte – und selbst die bekam ich nur nach viel Bitten und Betteln!
Vom ersten Heft zur großen Sammlung
Was als kleine Freude begann, entwickelte sich rasch zu einer großen Leidenschaft. Während andere Kinder ihre Comics nach dem Lesen achtlos zur Seite legten, hütete ich meine Hefte wie Schätze. Bald begann ich, gezielt nach bestimmten Serien zu suchen, ältere Ausgaben aufzutreiben und meine Sammlung stetig zu erweitern.
Mit den Jahren wuchs nicht nur mein Bestand an Comics, sondern auch mein Interesse an Originalzeichnungen, Titelbildern und Raritäten. Figuren, Sammelbilderalben und sogar View-Master mit den dazugehörigen 3D-Scheiben fanden ebenfalls ihren Weg in meine Sammlung. Doch die Comics blieben stets mein größter Schatz.
Warum Comics mehr sind als nur Hefte
Comics sind für mich weit mehr als nur bedrucktes Papier. Sie sind Tore zu fremden Welten, gefüllt mit Abenteuern, Helden und Geschichten, die mich ein Leben lang begleiten. Jedes Heft in meiner Sammlung erzählt nicht nur seine eigene Geschichte, sondern auch ein Stück meiner eigenen. Es erinnert mich an Zeiten, in denen der Erwerb eines neuen Comics eine kleine Sensation war, an Freundschaften, die durch das Tauschen und Diskutieren über Lieblingshelden entstanden, und an unzählige Stunden des Staunens und Träumens.
Die Liebe zu Comics bleibt
Heute, Jahrzehnte später, hat meine Begeisterung für Comics nicht nachgelassen. Im Gegenteil: Die Leidenschaft für die Geschichten, die Kunst und die Erinnerungen, die mit jedem Heft verbunden sind, ist stärker denn je. Und während sich die Zeiten ändern, bleibt eines konstant: Der Zauber der Bilder und Geschichten, der mich seit meiner Kindheit begleitet und mich auch weiterhin faszinieren wird.
Die Faszination der Western-Comics:
BESSY und Klaus Dill
Comics haben Generationen begeistert und Sammlerherzen höherschlagen lassen. Einer der prägendsten Titel in der Welt der Western-Comics war BESSY, eine der bekanntesten Serien des Bastei-Verlags. Doch für viele Sammler – mich eingeschlossen – lag die eigentliche Faszination nicht nur in den Abenteuern der Geschichten, sondern auch in den kunstvollen Titelbildern, die die Hefte zierten. Besonders hervorzuheben sind die Arbeiten des talentierten Klaus Dill, dessen beeindruckende Cover einen unverwechselbaren Charme besaßen.
Klaus Dill – Meister der Western-Illustrationen
Klaus Dill (1922–2000) war ein herausragender Illustrator, dessen Werke nicht nur BESSY-Heften, sondern auch zahlreichen anderen Western-Publikationen ihren einzigartigen Look verliehen. Seine dynamischen, detailreichen und atmosphärischen Illustrationen prägten das Erscheinungsbild vieler Hefte und zogen Leser magisch an.
Obwohl ich anfangs nicht wusste, dass Dill die Cover für BESSY malte, hat das Internet mir später geholfen, mehr über diesen großartigen Künstler zu erfahren. Seine Werke spiegelten die typische Western-Atmosphäre mit grandiosen Farbkompositionen und beeindruckenden Szenen wider. Leider hatte ich nie die Möglichkeit, ihn persönlich kennenzulernen, aber seine Kunst lebt in den Sammlungen vieler Comic-Fans weiter.
Von BESSY zu weiteren Western-Klassikern
Da BESSY meine ersten Comics waren, ist es wenig verwunderlich, dass sich meine Sammelleidenschaft vor allem auf Western-Serien konzentriert. Neben BASTEI-Heften habe ich auch eine große Vorliebe für die alten LEHNING-Großbände und Piccolo-Hefte entwickelt. Serien wie SIGURD, FALK, TIBOR und NICK begleiten mich seit Jahrzehnten und haben eine besondere Bedeutung in der deutschen Comic-Geschichte.
Die ersten SIGURD- und NICK-Comics, die ich besaß, waren die MELZER-Ausgaben von 1976. Auch wenn die Qualität der Kolorierung dieser Hefte nicht die beste war, konnten mich die spannenden Geschichten sofort fesseln – und diese Begeisterung hat bis heute nicht nachgelassen.
Hansrudi Wäscher – Eine Legende des deutschen Comics
Ein weiterer Meilenstein in meiner Sammlerkarriere war das persönliche Treffen mit Hansrudi Wäscher (1928–2016) auf dem Comic-Salon in Erlangen 2008. Wäscher war der kreative Kopf hinter vielen der klassischen LEHNING-Serien. Seine Zeichnungen und Erzählweise prägten eine ganze Ära deutscher Comics und machten Figuren wie SIGURD, FALK oder TIBOR unsterblich.
Für mich, der die LEHNING-Hefte erst Ende der 70er Jahre entdeckte – als sie bereits "alte" Comics waren – war es eine große Freude, den Mann hinter diesen Kultfiguren persönlich kennenzulernen. Wäscher hatte eine unglaubliche Erzählkunst, die auch heute noch Leser in ihren Bann zieht.
Eine Leidenschaft, die bleibt
Die Faszination für BESSY und andere Western-Comics ist bis heute ungebrochen. Die Mischung aus packenden Geschichten, großartigen Zeichnungen und ikonischen Cover-Illustrationen macht diese Comics zeitlos. Wer einmal in diese Welt eingetaucht ist, wird sie so schnell nicht wieder verlassen.
Für Sammler wie mich sind die Werke von Klaus Dill und Hansrudi Wäscher nicht nur Erinnerungen an frühere Zeiten, sondern echte Kunstwerke, die bis heute begeistern. Western-Comics sind mehr als nur Nostalgie – sie sind ein Kulturerbe, das es zu bewahren gilt.
Die Faszination des Comicsammelns – Eine Leidenschaft zwischen Nostalgie und Perfektion
Wer einmal vom Sammelfieber gepackt wurde, den lässt es so schnell nicht mehr los. Besonders bei Comics verbindet sich diese Leidenschaft mit Nostalgie, Kindheitserinnerungen und einer tiefen Wertschätzung für Kunst und Geschichten. Meine eigene Reise als Comicsammler begann Mitte der 70er Jahre mit einem einfachen BESSY-Heft – heute umfasst meine Sammlung rund 60.000 Exemplare, die in einer eigens geschaffenen Comic-Bibliothek untergebracht sind. Doch wie kommt man von einem Heft zu einer solchen Sammlung? Und wie bewahrt man diese Schätze optimal auf?
Die ersten Schritte – Nostalgie und Sammelleidenschaft
Jeder Sammler beginnt irgendwo – oft mit einem Heft aus der Kindheit, das besondere Erinnerungen weckt. Bei mir waren es die klassischen MICKY MAUS-Hefte, die noch immer ein nostalgisches Gefühl auslösen. Während ich lange Zeit einfach nur gesammelt habe, wurde mein Anspruch mit den Jahren immer größer: Ich wollte nicht nur besitzen, sondern meine Sammlung auch systematisch erweitern und perfekt archivieren.
Lieblingsstücke und Highlights
Besonders stolz bin ich auf meine vollständige Sammlung der ersten Auflagen der LUSTIGEN TASCHENBÜCHER. Diese Klassiker gehören ebenso zu meiner Sammlung wie zahlreiche Comic-Alben, die in den letzten Jahren immer bedeutender geworden sind. Egal ob CARLSEN-KULT oder Veröffentlichungen aus dem SPLITTER Verlag – es gibt unglaublich viele hochwertige Geschichten und atemberaubende Veröffentlichungen, die das Sammlerherz höher schlagen lassen. Gerade die SPLITTER-Alben beeindrucken mich durch ihre fantastische Aufmachung und die Qualität des Drucks.
Archivierung und Lagerung – Die große Herausforderung
Eine große Sammlung bedeutet auch eine große Verantwortung. Comics sind empfindlich – Licht, Staub und falsche Lagerung können ihnen zusetzen. Nach vielen Jahren des Experimentierens habe ich für mich eine Lösung gefunden: Meine Großbände bewahre ich in speziell angefertigten Schubern auf, die aus Leinen bestehen und mit dem jeweiligen Serienaufdruck versehen sind. Pro Schuber passen etwa 40 Hefte – natürlich in Schutzhüllen und mit Boards, um sie bestmöglich zu schützen.
Zusätzlich verwalte ich meine Sammlung mit dem Comic COLLECTOR – einem digitalen Archivierungsprogramm, das mir hilft, den Überblick zu behalten. Ordnung ist das A und O, wenn man nicht irgendwann in einem Chaos aus Heften versinken möchte.
Der Traum einer eigenen Comic-Bibliothek
Vor einigen Jahren hatte ich die Vision, meine Sammlung nicht nur zu lagern, sondern ihr einen eigenen Raum zu geben. Die Idee einer Comic-Bibliothek ließ mich nicht mehr los, und so begann ich mit dem Bau eines Anbaus an meine Doppelgarage. Heute bin ich stolzer Besitzer einer rund 60 m² großen, auf drei Räume verteilten Bibliothek – der perfekte Ort, um meine Sammlung zu genießen und immer wieder neue Schätze zu entdecken.
Sammeln ist mehr als ein Hobby
Comicsammeln ist weit mehr als das bloße Ansammeln von Heften – es ist eine Leidenschaft, eine Reise durch die Geschichte der Popkultur und eine Möglichkeit, in fantastische Welten einzutauchen. Wer sich intensiv damit beschäftigt, merkt schnell, dass es neben der Freude am Besitz auch auf den richtigen Umgang mit den Sammlerstücken ankommt. Mit einer durchdachten Archivierung, guter Lagerung und einer klaren Struktur kann man seine Sammlung langfristig schützen und optimal genießen.
Für mich bleibt Comicsammeln eine nie endende Reise – mit immer neuen Entdeckungen und der Freude, meine Leidenschaft mit anderen zu teilen. Und wer weiß? Vielleicht findet sich irgendwann auch noch der erste Jahrgang der MICKY MAUS von 1951 in meinen Regalen.
Happy Collecting!